Ausstellungsdauer:

01. Januar 1970 - 01. Januar 1970

Öffnungszeiten:

Di-Fr 14.30 bis 19.00 Uhr, Sa 10.00 bis 14.00 Uhr

    Ein Punkt, der spazieren geht
    Zeitgenössische Zeichnung mit Video und Drahtskulptur
    Kurator: Matthias Beckmann
    Beteiligte Künstler: Sonja Alhäuser, Matthias Beckmann, Bea Emsbach, Katharina Hinsberg, Nanne Meyer, Bettina Munk, Herbert Nauderer, Christian Pilz, Brigitte Schwacke, Barbara Camilla Tucholski

    Ausstellungsdauer:

    24. September 2017 - 11. November 2017

    Öffnungszeiten:

    Di-Fr 14.30 bis 19.00 Uhr, Sa 10.00 bis 14.00 Uhr

    • Sonja Alhäuser, Lieblingssuppe (Detail), Blei-/Buntstift/Tusche/Aquarell/Acryl, 2016, 244x140 cm

      Sonja Alhäuser, Lieblingssuppe (Detail), Blei-/Buntstift/Tusche/Aquarell/Acryl, 2016, 244x140 cm
    • Matthias Beckmann, Atelier Nanne Meyer, aus der Zeichenserie "Berliner Ateliers", Bleistift, 2011, 29,7x21 cm

      Matthias Beckmann, Atelier Nanne Meyer, aus der Zeichenserie "Berliner Ateliers", Bleistift, 2011, 29,7x21 cm
    • Bea Emsbach, Organ, Kolbenfüllerzeichnung, aus der Werkreihe: Die Anthropologin zu Hause, 2005-10, 30x21 cm

      Bea Emsbach, Organ, Kolbenfüllerzeichnung, aus der Werkreihe: Die Anthropologin zu Hause, 2005-10, 30x21 cm
    • Katharina Hinsberg, KHI_P_N Gitter/Linien, Papierschnitt, 2015

      Katharina Hinsberg, KHI_P_N Gitter/Linien, Papierschnitt, 2015
    • Nanne Meyer, Quer zur Faser, Blei-/Farbstift/Collage, 2001, 29,7x21,0 cm

      Nanne Meyer, Quer zur Faser, Blei-/Farbstift/Collage, 2001, 29,7x21,0 cm
    • Bettina Munk, Origin_20182017,18:22 - 19:16, Film mp.4, 1920 x 1080, 54 Minuten, 2017

      Bettina Munk, Origin_20182017,18:22 - 19:16, Film mp.4, 1920 x 1080, 54 Minuten, 2017
    • Herbert Nauderer, aus der Werkreihe "Rembrandt-Ballett", Graphit/Bleistift, 2013,, 21x15 cm

      Herbert Nauderer, aus der Werkreihe "Rembrandt-Ballett", Graphit/Bleistift, 2013,, 21x15 cm
    • Brigitte Schwacke, La porte cachée (Detail), legierter Draht, 2017, 220x85x23 cm

      Brigitte Schwacke, La porte cachée (Detail), legierter Draht, 2017, 220x85x23 cm
    • Christian Pilz, Ohne Titel, Bleistift, 2017, 70x100 cm

      Christian Pilz, Ohne Titel, Bleistift, 2017, 70x100 cm
    • Barbara Camilla Tucholski, aus der Werkreihe "Straßen", Bleistift, 2013-17, 24x32 cm

      Barbara Camilla Tucholski, aus der Werkreihe "Straßen", Bleistift, 2013-17, 24x32 cm

    Ein Punkt, der spazieren geht

     

    Die Ausstellung umfasst 10 Positionen zur zeitgenössischen Zeichnung von Künstlern, die sich mit Ausschließlichkeit diesem Medium widmen und Zeichnung nicht als begleitenden Weg verstehen. Die Zeichnung ist der Vermittler und Träger der ersten Idee, die der Künstler spontan und ursprünglich aufs Papier setzt. In der unmittelbaren Erschaffung des Bildgeschehens ohne „Umwege“ und als Medium der Klärung ist die Zeichnung im genuinen Prozess des künstlerischen Tuns die Grundlage aller künstlerischen Arbeit: Die Idee, die eben im Kopf entsteht, verbildlicht und verdichtet sich unmittelbar und direkt über die Hand auf den Bildträger!

     

    Das Interesse unserer Galerie an Zeichnung besteht von Beginn an, seit über 40 Jahren. Eine erste Dokumentation fand das Medium im 1991 erschienenen Katalog „Zeichen und Figur – Bildhauerzeichnung heute“. Fast 40 zeitgenössische Bild-

    hauer beschrieben damals ihre künstlerische Beziehung zur Zeichnung. Matthias Beckmann schreibt zur Ausstellung: „Die Zeichnung ist ein transparentes Medium, das im Bild zugleich den Prozess seiner Entstehung offenlegt. Sie braucht kein schweres Gepäck und kann doch vieles. Der Stift setzt mit einem Punkt auf der Fläche auf und hinterlässt in der Linie die Spur seiner Bewegung. Wenn auch Flächen, Flecken, Schraffuren, Lavuren, Farbe, Licht und Schatten für die Zeichnung eine große Bedeutung haben, so widmet sich diese Ausstellung doch vor allem der Linie in der ganzen Vielfalt ihrer künst-lerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Unterschiedlich wie die Künstlerpersönlichkeiten sind auch die Linien. Mal ist die Linie zart und suchend, mal kurvt sie wie ein Schlittschuhläufer über das Blatt, sie ist lang oder kurz, akribisch oder knapp, fragmentarisch oder fließend. Die Linie fühlt sich wohl auf dem begrenzten Feld des Papiers und kann doch auch in den Raum hinausgreifen.

     

    Die Linie ist Bewegung. Sie spaziert, bleibt stehen, rennt, schlägt Haken, gleitet, stolpert, nimmt einen neuen Anlauf und kann auch fliegen, schwimmen, tauchen und in unbekannte Welten vorstoßen. Sie ist unmittelbarster künstlerischer Ausdruck und gelangt über Hirn, Herz und Auge direkt in die Hand. Dabei führt sie ein Eigenleben und wehrt sich dagegen, auf vorbestimmten Wegen zu bleiben oder Anweisungen auszuführen. Sie hat ihren eigenen Kopf.

     

    Die Ausstellung macht Lust auf Linien und ermöglicht Entdeckungen. Die beteiligten Zeichnerinnen und Zeichner nutzen die Linie höchst unterschiedlich. Sonja Alhäuser formt aus Linien moderne Schaubilder des Kreislaufs von Werden und Vergehen, Nahrungsaufnahme, Verdauung und Fortpflanzung, während Matthias Beckmann nüchtern-lakonisch dokumentiert, was ist. Bea Emsbach zeigt auf naturwissenschaftlich inspirierten Blättern, wie aus einem roten Tintenfluss Blutbahnen, Körper und Pflanzen entstehen. Mit dem Skalpell löst Katharina Hinsberg die Linie vom Papiergrund und lässt sie schweben.

     

    Nanne Meyer erschafft in phantasievollen Metamorphosen aus den Schwüngen des Zeichenstifts Dinge, die man vorher so nie sah. Bettina Munk untersucht in ihren Computeranimationen Denken und Zeichnen als Bewegungen des Geistes. Herbert Nauderer registriert die Regungen der Seele und fördert Verschüttetes zutage. Beharrlich setzt Christian Pilz aus kleinsten Partikeln einen inneren Kosmos zusammen, der dem äußeren nur auf den ersten Blick ähnelt. Zwischen strengem System und Entropie zeichnet Brigitte Schwacke mit Draht ihre Linien in den Raum. In den Zeichnungen von Barbara Camila Tucholski erspüren wir die Bewegung der Künstlerin im Raum und ihren schweifenden Blick, der die Perspektiven ins Wanken bringt.“

     

    Parallelveranstaltungen:

     

    Freitag, 13. Oktober 2017 um 19.00 Uhr

    Führung/Lesung/Vortrag

     

    Claus K. Netuschil führt durch die Ausstellung, geht auf die Arbeiten aller beteiligten Künstler ein, zitiert Literarisches zum Thema Punkt/Linie/Zeichnung und lässt Künstler selbst zu Wort kommen.

    Anmeldung in der Galerie.

     

    Freitag, 27. Oktober 2017 um 19.00 Uhr

    Filmabend mit Bettina Munk

     

    Bedingt durch neue künstlerische Medien haben sich die Grenzen der Zeichnung in den letzten Jahren ständig erweitert. Mit Hilfe des Computers entstehen Animationen und Filme – die programmierte Zeichnung erobert den digitalen Raum. 2011 rief die Berliner Künstlerin Bettina Munk die Internetplattform „Lines Fictions“ ins Leben, die sich mit der digitalen Zeichnung beschäftigt. Bei einem Filmabend in der Galerie Netuschil werden Kurzfilme von Manon Bovenkerk, Matthias Beckmann, Aline Helmcke, Miodrag Manojlović, Kakyoung, Lee, Susanne Rosin, David Mackintosh, Gagan Singh und Bettina Munk gezeigt. Die Künstlerin wird an diesem Abend das Projekt vorstellen, das ursprünglich als zweiteilige Ausstellung unter dem Titel „Zeichnungsräume“ in der Hamburger Kunsthalle zu sehen war.

    Anmeldung in der Galerie.

     

    Freitag, 10. November 2017 um 19.00 Uhr

    Finissage/Führung/Künstlergespräche

     

    Zum Abschluss der Ausstellung werden nochmal viele der beteiligten Künstlerinnen und Künstler nach Darmstadt kommen, um über ihre Arbeiten und das Thema Zeichnung zu sprechen. Geplant ist eine Führung durch die Ausstellung und eine Gesprächsrunde mit den Künstlern.

    Anmeldung in der Galerie.